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Tagesgeld Ratgeber – Welche Faktoren spielen bei der Tagesgeld-Wahl eine Rolle?

Freitag, Dezember 16th, 2011

Unter sicherheitsbewussten Anlegern zählt das Tagesgeldkonto seit Jahren schon zu den beliebtesten Formen der Geldanlage. Nicht nur ist das Geld dank der staatlichen Einsicherung frei von Verlustrisiko angelegt, auch die ständige Verfügbarkeit des gesparten Guthabens ist eine Eigenschaft, die viele Sparer bei einer Geldanlage nicht missen möchten. Mittlerweile ist daher das Angebot an verschiedenen Tagesgeldanlagemöglichkeiten sehr groß. Dabei bieten die Banken unterschiedlichste Konditionen an. Vor dem Abschluss eines Tagesgeldkontos sollte man daher um die verschiedenen Faktoren wissen, die die einzelnen Angebote voneinander unterscheiden.

Höhe der Zinsen bei der Tagesgeldanlage

Der wohl wichtigste Faktor eines Tagesgeldkontos ist die Verzinsung. Anleger wünschen sich natürlich immer einen hohen Zinssatz, dennoch ist es nicht immer klug, sich nur aufgrund der hohen Verzinsung für ein bestimmtes Angebot zu entscheiden. Direktbanken beispielsweise können höhere Zinsen anbieten, da sie kein Filialnetz unterhalten müssen. Diese dadurch eingesparten Kosten ermöglichen die höheren Zinsen. Für Kunden bedeutet das aber auch, dass unter Umständen auf Services wie einen persönlichen Berater verzichtet werden muss. Wer dagegen in der Welt der Finanzen auch ohne Berater auskommt, sollte die Wahl einer Direktbank durchaus einmal in Erwägung ziehen. Um den Tagesgeld Vergleich der Anbieter und Konditionen  zu vereinfachen ist es sinnvoll, darauf spezialisierte Internet-Seiten und Tagesgeldrechner zu nutzen.

Art der Verzinsung beachten

Ebenfalls von hoher Bedeutung ist die Art der Verzinsung. Die meisten Kreditinstitute zahlen die Zinsen für die auf dem Tagesgeldkonto angesparte Summe auf jährlicher Basis aus. Das heißt, Zinsen werden nur einmal im Jahr zu einem bestimmten Termin gutgeschrieben. Es gibt jedoch auch Banken, die von dieser gängigen Verzinsungsart abweichen und die Zinsen auf Quartalsbasis oder gar monatlich auszahlen. Dies hat einen Zinseszinseffekt zur Folge, was bedeutet, dass beispielsweise bei der quartalsmäßigen Verzinsung die Zinsen des ersten Quartals in die Verzinsung des zweiten Quartals mit eingehen. Im Zweifelsfall kann es also besser sein, sich für ein Tagesgeldangebot mit zwar niedrigerer, dafür aber monatlicher Verzinsung zu entscheiden, anstatt stur auf den Verzinsungssatz zu schauen und die Art der Verzinsung zu ignorieren. Um hier die richtige Entscheidung zu treffen, sollte am besten einfach im Voraus einmal ausgerechnet werden, was für ein Betrag am Ende des Jahres unter den unterschiedlichen Verzinsungsbedingungen herauskommt. Dies mag zwar mitunter zeitraubend und kompliziert sein, kann aber bares Geld bedeuten.

Länge der Zinsfestschreibung

Ein grundsätzliches Problem bei der Anlage von Geld auf einem Tagesgeldkonto ist, dass die Banken den Zinssatz zu jedem Zeitpunkt und ohne Vorankündigung ändern kann. Besonders ärgerlich ist dies dann, wenn das Tagesgeldkonto gerade wegen der hohen Verzinsung abgeschlossen wurde, diese aber schon nach wenigen Wochen deutlich gesenkt wird. Diese Zinsänderungen stehen in starkem Zusammenhang mit dem sogenannten Leitzins, der von der europäischen Zentralbank festgelegt wird. Dieser Leitzins wird je nach Wirtschaftslage von der Zentralbank angehoben oder gesenkt. Da sich die Zinsen der Geschäftsbanken nach dem Leitzins richten, kann es mitunter zu Zinssenkungen auch beim Tagesgeldkonto kommen.

Um den Anleger vor solchen Zinssenkungen jedoch zu verschonen, bieten einige Banken besonders bei Neuabschluss eines Tagesgeldkontos eine Zinsfestschreibung für einen bestimmten Zeitraum an.
Dies bedeutet, dass der Kontoinhaber sich für den festgelegten Zeitraum nicht darum zu sorgen braucht, ob eventuell eine Zinsanpassung durch die Bank stattfindet. Auch bei einer Senkung des Leitzinses gilt weiterhin der eingangs festgelegte Zinssatz. Wer sich also vor unvorhergesehenen Zinssatzänderungen schützen möchte, sollte nach einem solchen Tagesgeldangebot Ausschau halten.

Sicherheit der Anlage

Grundsätzlich gilt, dass in Deutschland das Guthaben auf Tagesgeldkonten nach §1807 BGB bis zu einem Betrag von 100.000 Euro der staatlichen Einlagensicherung unterliegt. Diese Regelung gilt auch für alle anderen Länder innerhalb der EU. Anders dagegen sieht es aus, wenn das Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Bank außerhalb des EU-Raums angelegt werden soll. Hier können die staatlichen Einlagengarantien stark von der deutschen Regelung abweichen. Das Einholen entsprechender Informationen ist vor dem Abschluss also unbedingt nötig, um später böse Überraschungen zu vermeiden